Diskussion zum Bürgerbus in Höhr-Grenzhausen

Bürgermeister Thilo BeckerNach Einschätzung von Bürgermeister Thilo Becker ist der öffentliche Nahverkehr in der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen an Wochentagen mit 106 Bussen attraktiv. "Probleme gibt es vor allem am Wochenende und mit den Linien in die einzelnen Ortsgemeinden", so Becker bei einer Informationsveranstaltung zu neuen Mobilitätsformen. Zu der Veranstaltung hatte der Bürgermeister der Verbandgemeinde zwei Referenten eingeladen. Holger Jansen betreut derzeit das Projekt Bürgerbusse Rheinland-Pfalz. Janessa Pelk ist bei der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen für den Einrich-Bus zuständig.

"Die Voraussetzungen für einen Bürgerbus in Höhr-Grenzhausen sind sehr gut", betont Holger Jansen, wissenschaftlicher Mitarbeiter des nexus Instituts in seinem Vortrag. Mit knapp 14.000 Einwohnern und vier Gemeinden gibt es ausreichend Potenzial für einen Bürgerbus. Struktur und Verkehrsbedürfnisse zwischen den Ortsgemeinden sind überschaubar. Höhr-Grenzhausen ist nach Koblenz ausgerichtet. "Die Hauptlinie nach Vallendar wird auch künftig der Linienbus übernehmen. Der Bürgerbus ergänzt das bestehende Netz und verbindet einzelne Gemeinden mit der Kernstadt", betont Jansen. In Höhr-Grenzhausen gibt es Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, die Post, Banken und die Verbandsgemeindeverwaltung.

Ein Bürgerbus setzt auf das ehrenamtliche Engagement. Die Verbandsgemeinde Katzenelnbogen entschied sich beim Einrich-Bus für einen anderen Weg. "Wir haben zwei Fahrer fest eingestellt und beschäftigen weitere fünf auf 400 Euro-Basis", erklärt Janessa Pelk. Da der Bus täglich intensiv genutzt wird konnte das Angebot nach Auffassung des Bürgermeisters nicht ehrenamtlich betrieben werden. "Wir haben die Mietwagenunternehmen gefragt, ob sie mit uns kooperieren wollen. Sie hatten selbst genügend Fahrten, so dass wir als Verbandgemeinde der alleinige Träger sind", sagt Janessa Pelk. Gestartet ist das Projekt im August 2009, die Genehmigung für den Betrieb gilt bis 2018. Der Einrich-Bus fährt die 20 Ortsgemeinden und die Stadt Katzenelnbogen an.

Die rund 20 Bürgerinnen und Bürger diskutierten im CeraTechCenter intensiv über die Chancen eines Bürgerbusses. Zwei Taxiunternehmen aus der Region befürchten, dass ein Bürgerbus ihnen Kunden wegnimmt. "Das ist nicht unser Ziel", betont Thilo Becker. "Wir wollen das Angebot im öffentlichen Verkehr für die Bürger verbessern. Was dabei genau herauskommt wissen wir heute noch nicht", so Becker weiter. Eine Projektgruppe soll jetzt Ideen entwickeln und Vorschläge erarbeiten. Die Mitarbeit in der Gruppe ist jederzeit möglich. Interessierte melden sich bitte bei der Verbandsgemeindeverwaltung.