07.12.2010
Projekt Bürgerbus im Fachforum 2 bei 6. Seniorenkongress in Mainz vorgestellt

Sozialministerin Malu Dreyer begrüßt die 1500 Seniorinnen und Senioren in der Mainzer Rheingold-Halle. Foto: Holger Jansen/nexus/Projekt Bürgerbus Rheinland-Pfalz Was verbindet einen Bürgerbus, einen Fitnessparcours und die Volkshochschule? Drei Referenten präsentierten diese drei Themen im Forum 2 "Mobil und Fit im Alter" auf dem 6. Seniorenkongress des Landes Rheinland-Pfalz in Mainz. Als Moderator leitete Michael Schué aus dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau die Diskussion. "Der Bürgerbus kann den regulären öffentlichen Verkehr ergänzen", erklärte Holger Jansen vom nexus Institut in seinem Vortrag. Dazu gebe es zwei Ansätze: Der Bürgerbus verbindet einzelne Ortsgemeinden mit der Verbandgemeinde. Bei größeren Orten verbindet ein Kleinbus die außenliegenden Ortsteile mit der Kernstadt. Ein Bürgerbus lebt vor allem vom Engagement der Menschen vor Ort und kann deshalb auch gezielt deren Bedürfnisse berücksichtigten. Der Bürgerbus ist ein ehrenamtlich betriebener Kleinbus mit acht Fahrgastplätzen.

"Wir kommen aus dem Landkreis Bitburg-Prüm, da würde das mit einem Bürgerbus bestimmt nicht funktionieren", stellte ein Besucher des Forums in der Diskussion fest. "Ganz so stimmt das nicht", betonte Jansen, "denn schließlich gibt es in Rheinland-Pfalz aktuell zehn Bürgerbusse mit steigender Tendenz. Die ältesten Projekte bestehen schon seit 1996, die beiden jüngsten gingen 2010 an den Start." Von der ersten Idee bis zum Betrieb müssen jedoch einige Voraussetzungen beachtet werden. Dazu hilft das vom Land geförderte Projekt, das lokale Initiativen und Gruppen kostenlos berät.

Holger Jansen nexus - Vortrag im Fachforum 2 Mobil und Fit im Alter Projekt Bürgerbus Rheinland-PfalzUnter dem Motto "Fitnessparcours für Jung und Alt?" stellte Prof. Grit Hottenträger von der Hochschule Rhein-Main die Ergebnisse einer Untersuchung von neun verschiedenen Anlagen vor. Die Wissenschaftler beobachteten und analysierten verschiedene Nutzertypen. Das hilft Kommunen, die sich für einen Parcours interessieren. Im Vortrag unter dem Motto "Die Volkshochschule kommt ins Haus" stellte Frederick Schulz von der Technischen Universität Kaiserslautern Details aus dem Projekt "LEA – Lernend Altern" vor. Dabei geht es vor allem und die Weiterentwicklung bestehender Technik für ältere Menschen. Anlass für das Projekt ist unter anderem die Tatsache, dass nur noch 13 Prozent der Menschen ab 65 Weiterbildungsangebote besuchen.

Zuvor hatten Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) die rund 1.500 Seniorinnen und Senioren in der Mainzer Rheingoldhalle begrüßt. Beide luden zur Mitarbeit am Landesaktionsplan "Gut leben im Alter" ein. "Wir wollen, dass alle Menschen in Rheinland-Pfalz auch im Alter gut leben können, unabhängig davon, ob sie aktiv und fit sind oder Unterstützung brauchen", sagten Beck und Dreyer. Die Landesregierung tritt für ein neues Miteinander der Generationen ein, das von gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Unterstützung getragen wird. Der von der Landesregierung ausgerichtete 6. Seniorenkongress ist der Auftakt für den Dialog zum Landesaktionsplan. Das Programm bestand aus Gesprächsrunden, verschiedenen Foren und dem Markt der Möglichkeiten.

Linktipp: Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie